Mittwoch, 30. Juni 2010

How to advertise a car?

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Nach meinem ausführlichen Bad habe ich sehr gut geschlafen. Ich stehe auf, es ist ein sehr schöner Tag. Mein Ziel heute ist Christchurch. Ich fahre los und halte unterwegs nur an um etwas zu Frühstücken.

Um 11.00 Uhr hab ich nach einer dreiviertel Stunde endlich einen kostenlosen Parkplatz gefunden. Meine erste Anlaufstelle ist die Bücherei. Emails checken und das Aushängeblatt für den Verkauf meines Autos fertig machen. Außerdem stelle ich die Berichte der letzten 5 Tage online.

Dann gehe ich einen Copyshop und lasse 10 Kopien von dem Aushängeblatt machen. Jetzt erkunde ich die Stadt zu Fuß und suche Hostels, wo ich meine Werbung für das Auto aufhängen kann. Als ich endlich alles verteilt habe ist es schon um 16.00 Uhr. Ich trinke noch einen sehr guten Kaffee und gehe dann zurück zum Auto, weil für Christchurch hab ich am Ende meiner Reise noch genug Zeit zum Anschauen, während ich warte, bis mein Auto endlich den Besitzer wechselt. Ich hoffe das geht alles glatt, sonst sieht es eng aus mit dem Geld.

Ich nehme also die südliche Route aus der Stadt und stehe 1 Stunde im Stau. Na toll Großstadt. Ich fahre bis ich zu einem kleinen Zeltplatz komme. Dort parke ich und haue mich gleich aufs Ohr, weil ich schon in Christchurch eine super Portion Fish und Chips gegessen habe. Ein recht unspektakulärer Tag geht zu ende. Musste aber sein.



Donnerstag, 24. Juni 2010

Speargras Hut to car

von Thommy Knabe
International Space Education Institute
http://thommy-knabe.blogspot.com/
 

Heute Nacht hab ich ausgesprochen schlecht geschlafen. Gegen Mitternacht hatte ich unheimlichen Durst und dann ist die ganze Nacht der Wind um die Hütte gepfiffen. Der Lehrer der Schulklasse weckt die Schüler um 7.00 Uhr und ich stehe auch auf. Ich genieße mein spartanisches Frühstück mit zwei Müsliriegeln und einem Apfel und mache mich dann auf zu meiner letzten Etappe. Laut Karte sind es noch 4 Stunden zurück zum Auto. Ich laufe immer talwärts und bald hab ich den Schnee hinter mir gelassen. Ich merke, dass meine Beine sich noch nicht ganz wieder erholt haben. Es geht zwischenzeitlich auf wieder bergauf und das treibt mir den Schweiß auf die Stirn. So richtig fit bin ich heute nicht mehr. Kein Wunder nach 65 gelaufenen Kilometer. Ich kann mich dann aber doch recht zügig zum Mt. Robert Parkplatz durchschlagen. Der Weg führt immer durch sehr schön bewachsenen Wald. Die Vögel zwitschern und das Wetter heute ist auch nicht das schlechteste.

Ab dem Mt. Robert Parkplatz lauf ich die Straße entlang, die einfach nicht enden will. Nach einer Ewigkeit, so scheint es mir komme ich dann endlich am Visitorcenter vorbei und 10 Minuten später bin ich am Auto. Erleichterung es steht noch so da wie ich es am Montag verlassen habe. Ich bin wieder zuhause in meinen fünf Türen. Ich bin in den letzten 3,5 Tagen 80 km gelaufen, das hab ich auch noch nie gemacht. Ich räume alles aus und ziehe mich erst mal um.

Jetzt brauch ich ein Bad. Also ist mein heutiges Ziel das Hanmer Springs Thermal Bad. Es liegt auf dem Weg nach Christchurch, was man nächster anlaufpunkt ist und ist etwa 200 Km weit weg. Gegen 14.00 Uhr komme ich dort an. Ich dusche mich und dann nichts wie rein in den heißesten Pool hier. Es ist ein Schwefelpool und das Wasser hat angenehme 42 Grad. So liege ich die nächsten zwei Stunden und relaxe von den Strapazen. Ich massiere mich und genieße einfach nur das heiße Wasser. Über meinem Kopf wird es langsam dunkel. Ich verlasse das Bad um 19.00 Uhr. Es hat angefangen zu regnen. Ich fahre noch ein Stück und halte dann auf einem Campingplatz neben der Straße an. Ich koche mir eine nahrhafte Gemüsepfanne und haue mich dann völlig erledigt aufs Ohr.

West Sabine Hut to Speargras Hut

von Thommy Knabe
International Space Education Institute
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Ich wache mitten in der Nacht auf und es schüttet wie aus Kübeln, jedenfalls hört sich das so an, wie die Tropfen auf das Dach klatschen. Als mein Wecker um 7.30 Uhr klingelt und ich vor die Tür gehe, trifft mich fast der Schlag. Es schneit. Na toll das kann ja ein schöner Tag werden. Mir ist klar, dass das heute eine Schlammschlacht wird und es wurde eine. Es dauerte keine 2 Stunden und der Matsch, der Schnee und der Regen haben einen Weg in meine Schuhe gefunden. Ich merke, wie das Wasser sanft zu dem Rhythmus meiner Schritte schwingt.

Mein erstes Etappenziel heute ist die Sabine Hut. Die Schilder sagen 5 Stunden, also 15 Km. Es ist trotz des Schnees und des Regens wunderschön durch diese Winterlandschaft zu wandern. Wahnsinn wie sich das Angesicht der Landschaft binnen einer Nacht verändern kann. Der Weg führt am Sabin River entlang. Das Vorwärtskommen ist nicht gerade einfach, weil man oft über Schlammlöcher und Wurzeln steigen muss. Nach 4 Stunden erreiche ich den Lake Rotoroa, an dem die Sabin Hut liegt. Nicht schlecht, weil diese 15 Km sind mit 5 Stunden ausgeschrieben. Ich mache eine kurze Mittagspause und dann geht es weiter. Es sind wieder 5 Stunden bis zur Sparegras Hut und es geht von 455 Meter auf 1100 Metern hinauf. Der Schnee hat sich in Regen verwandelt. Zur Mittagszeit hört es sogar auf.


Ich starte die nächste Etappe und beeile mich, weil in 5 Stunden wäre es 17.45 Uhr und somit dunkel. Der Anstieg beginnt kurz nach der Hütte. Rauf, rauf immer schön die Treppe rauf. Bald begrüßt mich der Schnee im Wald wieder. Das Problem draußen scheint die Sonne und jetzt taut's. Ich werden also patsche nass vom herunterfallenden Schnee. In meinen Schuhen haben sich bereits kleine Seen gebildet. Das ist mir jetzt aber absolut egal. Ich will nur noch zu meiner Hütte vor das Feuer, raus aus den nassen Klamotten und was essen.

 Die Landschaft im Gebirge ist wieder absolut der Wahnsinn. Trotz der 10 cm Neuschnee bleibe ich ab und zu stehen und mache Bilder genieße die Landschaft. Es geht scheinbar endlos bergauf. ich will nicht mehr. Man muss sich hier aber durchbeißen, weil man hier niemand bitten kann einen abzuholen. Dann komme ich endlich über den Pass und es sind nur noch 15 Minuten zur Hütte. Ich schöpfe neuen Mut. Als ich zur Hütte komme, stoße ich einen Schrei der Erleichterung aus. Aber ich bin nicht alleine. Eine Schulklasse ist hier, die eine von fünf jährlichen Outdoor-Schulstunden absolvieren.Es sind sogar 3 deutsche Austauschschüler aus Bayern und Baden-Würthen Berg dabei.  Richtig cool ich wünschte so etwas würde es in Deutschland auch geben. Die ersten Menschen die ich seit 3 Tagen treffe und mit denen ich rede.

Gegen Ende hab ich gemerkt, dass mir die Gesellschaft schon fehlt. Manchmal muss man sich erst isolieren, um zu wissen wie integriert man ist. Es wird also kein letzter ruhiger Abend. Aber egal es tut gut wieder Stimmen zu hören. Das war heute wichtig hier her zu kommen. Morgen hab ich dann nur noch 15 Km. Heute waren es wieder 25 Km. Ich will zu Mittag am Auto sein und dann in ein Thermalbad fahren. Da drauf freu ich mich schon. Es waren 3 wirklich schöne Tage. Anstrengend, krass und reizvoll. Jeder einzelne Tag hatte seine eigene Herausforderung und seinen eigenen Reiz. Man konnte ziemlich viele Vegetationsarten gesehen und ich hatte sehr viel Zeit zum Nachdenken. Ich habe meinen inneren Ruhepol gefunden. Glücklich diese Etappe überstanden zu haben schlafe ich zeitig und geschafft ein.   

 

John Tait Hut to West Sabine Hut

von Thommy Knabe
International Space Education Institute
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Der zweite Tag meiner Treckingtour beginnt früh. Ich hab den Wecker auf 7.30 Uhr gestellt, weil ich um 8 Uhr hier los will. Ich bin ziemlich erholt nach 12 Stunden Schlaf. Heute ist der Alpine Tag mit der Überquerung des Traverspasses auf 1800 Metern. Als ich aber für die Morgentoilette vor die Tür gehe ist es bewölkt. Eigentlich sollte heute super Wetter werden naja kann ja noch werden. Ich beeile mich, weil eigentlich wollte ich den Crossing von einer Hütte starten, die noch 7 Km entfernt liegt, um Mittag über den Berg zu sein, aber das habe ich gestern nicht mehr geschafft. Also muss ich die 7 Km heute noch absolvieren. Der Weg wird steiler und führt mehr und mehr über Wurzeln und Steine. Ich überquere mehrere kleiner Flüsse und muss mir oft einen Weg um Schlammgruben herum suchen, die knöcheltief sind. Das wo ich doch heute alle Wärme in meinen Schuhen brauche. Der Weg schlängelt sich weiter immer mehr hinauf zum Ende des Tals.

Dann kommt das Schild, was darauf aufmerksam macht, dass man jetzt den befestigten Weg verlässt und über Lawinenfelder geht. Tatsächlich überall liegen Steine und Bäume. Dann komme ich an eine besonders knifflige Stelle. Vielleicht über eine Strecke von 50 Meter liegen unzählige entwurzelte Bäum, wahrscheinlich die Zeugen des letzten Sturms. Ich verstaue meine Nordic Walking Stöcke, weil für die Kletterpartie brauch ich zwei freie Hände. Der Schnee und der Frost begrüßt mich auch und so sind die Bäume aalglatt. Ich rutsche mehrmals aus, der 15 Kg schwere Rucksack ist mir dabei auch keine Hilfe. Schließlich schaffe ich es auf die andere Seite und kann meine Wanderung wieder auf einen Pfad fortsetzten. Das Wetter ist mittlerweile super. Keine Wolke ist am Himmel. Der Wetterbericht hatte also Recht. Die Sonne bringt angenehme Temperaturen, was bei mir aber zu verstärkten Schwitzen führt, weil es steil bergauf geht. Deshalb beschlägt auch meine Brille ständig. So ein Mist. Nach knappen 3 Stunden erreiche ich endlich die Upper Travers Hut. Ich gebe mir nur eine kurze Pause, denn für den Pass sollten 6 Stunden eingeplant werden. Das wird nämlich knapp, denn es ist schon um 11 Uhr.


Jetzt bin ich aus der Baumgrenze heraus und stampfe durch immer tiefer werdenden Schnee. Der Schnee ist verharscht. Das kann gut sein, weil man nicht so tief einsinkt, aber auch schlecht, weil man mehr rutscht und wenn ich mit meinen insgesamt 105 Kg falle, dann geh ich auf dem Schnee ab wie eine Rakete. Ich sinke trotzdem oft hüfttief ein. Wie gesagt mit Rucksack bin ich zu schwer. Das macht das Vorankommen unheimlich schwierig. Es strengt sehr an und ich muss mir öfters kleine Pausen gönnen. Kurz vor dem ersten Absatz auf ungefähr 1450 Meter stoße ich dann auf Eis. S*** ich habe nämlich keine Steigeisen mit, weil ich die in Nelson hätte ausleihen müssen und das ist 100 Km weg. Also versuche ich mit bloßen Schuhen und den zwei Stöcken, die ich hab Stufen zu schlagen. Mehrmals rutsche ich ab. Mein inneres Gefahrenbarometer steigt ziemlich hoch, denn es ist ziemlich steil, etwa 50 Grad. Ich muss mehrere Wege versuchen schließlich finde ich einen über Gras und Geröll. Das war ganz schön knapp. Einmal einen Stein falsch eingeschätzt oder einen Fuß falsch gesetzt und es geht abwärts und das ziemlich lange und schmerzhaft. Ob das so eine gute Idee war?

Ich denke ans umdrehen, verwerfe es dann aber wieder es gibt nur einen Weg über den Berg. Ich beeile mich weiterhin. Die Kuppe ist noch nicht in Sicht und es ist schon um 12 Uhr. Das Wetter sieht zwar gut aus, aber es ziehen schon Wolken auf, der Wind frischt auf, treibt die gefühlte Temperatur gegen -10 Grad und das Wetter kann sich hier wahnsinnig schnell ändern. Dann sehe ich ihn endlich den Durchlass zum anderen Tal ich bin über den Pass jetzt geht es nur noch bergab zum Glück. Meine Kräfte schwinden langsam, das ständige Einsinken fordert seinen Tribut. Ich mache eine Pause, um Fotos zu machen und zu trinken. Die Landschaft ist atemberaubend. Nichts ist beständig in dieser Welt nur dieser Stein, diese Berge. Alles vergeht, aber sie bleiben einfach stehen, verändern zwar ihre Form, aber ihr Platz ist beständig.

Dann geht es ganz schön lange Bergab. Meine Oberschenkel fangen an zu brennen, aber wenigstens ist es nicht kalt. Dann ziehen noch mehr Wolken auf und ehe ich mich versehe stehe ich in einer drin. Das mahnt mich zur Eile, denn wie gesagt, das Wetter kann sich hier Minütlich ändern. Nachdem ich die steilste Stelle, eine Art Urstromtal hinter mich gebracht habe, beginnt der Weg wieder. Meine Schuhe sind sogar recht trocken, dann aber Rutsche ich beim Überqueren eines Flusses aus und mein rechter Schuh ist wieder voller Wasser.


Ich laufe wieder durch den Urwald und es ist durch das Laub nass und rutschig. Es geht immer noch bergab, was die letzten Kraftreserven aus mir heraussaugt. Ich kann nicht mehr. Ich laufe nur noch auf Reserve. Es sind noch etwa 3 Km zu Hütte, was ich aber nicht weiß. Ich muss weiter. Diese letzten Kilometer werden zum stumpfen Laufen immer dem Ziel entgegen. Den Schmerz spüre ich kaum noch. Ich stolpere und muss erst mal sitzen bleiben. Wo ist denn diese verdammte Hütte?

Ich frage mich warum ich mir das antue. Ja warum? Das hier sind Strapazen nicht zu vergleichen mit einem 30 Km Marsch bei der Armee warum? Die Antwort ist immer die gleiche. Warum klettern Menschen auf den Mount Everest, Laufen einen Marathon, machen beim Iron Man mit, fahren Formel 1 Autos. Weil es der ureigene Instinkt des Menschen ist. Das ist Arterhaltung. Höher, weiter, schneller. Man will immer besser als der andere sein und will selber sehen ob man es schafft. In gewisser Weise ist ein klein bisschen Egoismus also etwas Gutes, weil es die Gesellschaft nach vorn bringt und das merkt man an solchen Abenteuern. Wenn man am Abend in der Hütte in seinem Schlafsack vor dem Feuer liegt sind all die Schmerzen vergessen und nur das positive überwiegt.


Gegen 16 Uhr erreiche ich endlich die Hütte. Für den Pass habe ich also 5 Stunden gebraucht. Nicht schlecht veranschlagt waren 6 Stunden. Ich muss mich erst mal hinsetzen und ausruhen. Ich mache Feuer und dann koche ich mir was, auf was ich mich schon den ganzen Tag freue. Spagetti und sie schmecken wunderbar, die besten, die ich seit langen gegessen habe. Wie gut doch so eine simple Komposition aus Nudeln, Ketchup, Salami und Käse, nach einem harten Tag schmeckt. Ich mache Wasser über den Feuer heiß und wasche mich. Der heiße Lappen auf der Haut fühlt sich einfach wunderbar an. Schnell werde ich müde und falle in einem tiefen erholsamen Schlaf. 


Es war ein guter Tag, wieder 15 Km geschafft. Ich danke dem, der mir den Schutzengel zukommen lassen hat, dass ich wohlbehalten über den Pass gekommen bin. Es gab nämlich öfters die ein oder andere brenzlige Situation. Oft bin ich weggerutscht, gestolpert oder war nah am Fallen, aber ich bin es nie und dafür bin ich dankbar. An solchen Orten merkt man, wie klein und verletzlich ein Mensch ist und das es eine höhere Macht oder ein Band zwischen Menschen gibt, das einen beschützt und vor Unglück bewahrt.   

 

 

Carpark to John Tait Hut

von Thommy Knabe
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Ich wache auf und es regnet. Mist ich bräuchte gutes Wetter für den Travers-Sabine Ciruit. Aber naja es hilft ja nichts. Das ist eine Wanderung über 80 Km um eine Gebirgskette mitten in die Wildnis ohne Internet, Strom oder Handyempfang. Das Höhenprofil reicht von 455 Metern bis 1800 Metern. Ich will es in 3,5 Tagen schaffen.  Ich stehe auf und packe die letzten Sachen. Der Rucksack wiegt seine gute 15 Kg. Ich parke das Auto hoffe es steht in 4 Tagen noch da. Dann geht es los. Der Track folgt die ersten 10 Km dem Lake Rotoiti. Es ist wirklich eine coole Szenerie. Der See eingeschlossen von den Bergen und darum überall Wald. Das Wetter klart auf. Die gelegentlichen Schauer lassen nach und die Sonne kommt durch. Es ist recht warm ich muss sogar den Pullover ausziehen. Der Mist ist bloß, dass der Wald nicht so schnell trocken werden will und so merke ich schon bald wieder, wie das Wasser in meine Schuhe griecht. Ich wollte Imprägnierspray kaufen, doch das gibt es hier nicht. Trotzdem sollten Schuhe, die als Wasserdicht verkauft werden nicht gleich bei jedem Tröpfchen nass werden. Da muss ich mal ein ernstes Wörtchen mit den Leuten aus dem Jack Wolfskinstore reden. Zumal solche Schuhe sehr teuer sind.

Die erste Etappe hab ich nach 2 Stunden und 45 Minuten absolviert. Ich habe die Lakehead Hut gefunden. Ich wäre sogar schon eher da gewesen, aber ich bin einmal falsch abgebogen und etwa eine halbe Stunde ein Flussbett hinaufgestiefelt, bis ich dann gemerkt hab, dass ich hier nur falsch sein kann. Das hat mich Zeit und Kraft gekostet. Ich fühle mich aber noch recht frisch, trotz der 10 Km und der 15 Kg auf dem Rücken.


Der Weg führt jetzt nicht mehr durch den Wald, sondern über eine Art Steppe. Mein Etappenziel für den Tag ist die John Tait Hut. Das ist noch ein ganz schönes Stück. 15 Km um genau zu sagen. Also insgesamt heute 25 Km. Nicht schlecht. Der Weg kommt an eine Hängebrücke. Ganz schön abenteuerlich da drüber zu spazieren. Ich muss mich zwingen nicht zu oft stehen zu bleiben, weil die Natur einfach zu schön. Ich versuche diese ganzen Eindrücke aufzusaugen, wie ein Schwamm, um dann sehr lange davon zehren zu können. Es ist einfach zu schön so friedlich. Die Berg und der Wald stehen hier, als würde es all diese Probleme in dieser Welt nicht geben. Hin und wieder kommt ein Vogel und ist neugierig, wer denn da in sein Revier kommt. Meistens begleiten sie mich dann ein Stück und zwitschern.


Die letzte Stunde wird dann aber doch ganz schön zur Tortur. Die Beine schmerzen und die Füße sind nass. Endlich erreiche ich die Hütte. Erst mal den Rucksack runter und hinsetzten. Ich wollte zwar eigentlich in die nächste Hütte, die noch 7 Km entfernt ist, aber in knapp 2 Stunden wird es dunkel, der Weg führt steil den Berg hinauf und meine Kräfte sind auf Reserve geschaltet. Deshalb bleibe ich hier. Feuer machen und raus aus den Klamotten. 25 Km sind nicht schlecht für den ersten Tag. Nur noch 55 Km, um die Runde komplett zu machen. Morgen geht es über den Pass, hoffe da geht alles gut, weil ich keine Steigeisen dabei hab. Ich koche mir was und verbringe dann den Abend am Feuer mit nachdenken, einem Tee und einem Buch. Erstaunlich mit wie wenig ein Mensch zufrieden sein kann und was die Gesellschaft und der Konsum aus einem macht und einem einreden will. Man merkt es geht auch ohne Luxus und es ist schön und ich denke man bekommt einen klareren Blick auf sie ganze Sache und lernt die Annehmlichkeiten des Lebens mehr zu schätzen. Es klart auf in der Nacht. Der Mond scheint hell und als ich nochmal raus gehe um neues Holz zu holen starrt mich ein Posum mit seinen roten Augen an. Es sagt aber nicht was es von mir will und verschwindet wieder im Wald. Ziemlich erschöpft schlafe ich schon um 8 Uhr ein.


Journey to St. Arnaud

von Thommy Knabe
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Ich frühstücke wieder im Auto, weil es wiedermal regnet. Ich kehre dem Kahurangi National Park heute den Rücken und fahre weiter nach Süden. Dort gibt es eine 4 Tageswanderung durch den Nelson Lake Nationalpark und die will ich machen. Der Weg zurück aus dem Cobb Valley ist ganz schön abenteuerlich bei dem Regen. Ich muss mehrmals anhalten um heruntergefallene Steine oder umgefallene Bäume aus dem Weg zu räumen. Dann komme ich endlich wieder auf eine befestigte Straße.

Ich fahre nach St. Arnaud und komme dort mit dem letzten Tropfen Sprit an. Das war knapp. Das Wetter hat sich nicht verbessert. Ich fahre als erstes zur Tankstelle und dann zum Visitorcenter, um mir Informationen über Wetter und den Track zu holen. Das Wetter für die nächsten Tage sieht gut aus und am Dienstag soll es sogar top werden. Das brauch ich aber auch, weil ich an dem Tag über einen Gebirgspass mit 1800 Metern muss. Ich kaufe einen 6 Monatspass um in den Hütten schlafen zu können, die überall an dem Weg stehen. 60 Dollar finde ich dafür nicht zu viel. Man hat Wasser, Töpfe und einen Ofen mit Holz vor der Hütte. Nachdem feststeht, dass ich morgen los mache muss ich noch Verpflegung kaufen. Da mir die aber im nächsten Dorfladen zu teuer ist und ich eh noch Zeit hab, fahr ich in die nächstgrößere Stadt. Ich kaufe ein und trinke einen Kaffee. Dann checke ich noch Emails, schließlich bin ich dann 4 Tage von der Außenwelt abgeschnitten ohne Strom und Handyempfang.

Ich fahre zurück nach St. Arnaud und suche mir einen geeigneten Nachtplatz. Ich möchte morgen fit sein, deshalb will ich zeitig ins Bett. Ich koche, packe dann meine Sachen und lege mich schlafen.

Cobb Valley

von Thommy Knabe
International Space Education Institute
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Um 9 Uhr bin ich richtig Ausgeschlafen. Es regnet draußen, deshalb frühstücke ich im Schlafsack. Ich ziehe mich an und fahre an das Ende des Weges. Dort hab ich gestern eine Hütte gesehen und will dir mal bei Tageslicht anschauen. Die Hütten sind in Neuseeland nicht verschlossen. Es gibt Brauchwasser, einen Ofen, Betten mit Matratzen und Töpfe. Man vertraut also den Touristen, dass sie dafür das Ticket kaufen. Ganz schön vertrauensselig. Ich entdecke auch einen vollen Holzschuppen. Mal sehen. In der Hütte will ich nicht schlafen, aber vielleicht, wenn ich nach meiner Wanderung durchgenässt bin verbringe ich den Abend dort am Feuer.

Ich fahre mit dem Auto zu der Stelle, wo die Wanderung beginnt. Es geht erst mal ganz schön Bergauf. Der Himmel ist bedeckt und es regnet zum Glück noch nicht. Ich laufe durch einen Wald. Je höher ich komme, desto feuchter wird es. Ich laufe in eine Wolke. Auch kommt ab einer bestimmten Höhe Schnee zum Vorschein. Ich bin etwa eine Stunde gelaufen, da erreiche ich einen Aussichtspunkt. Von hier kann man den einen sehr schönen Bergsee sehen. Wenn es klar ist. Ich sehe nur verschwommen die Konturen. Es ist erst Mittag und deshalb beschließe ich weiterzugehen. Der Weg führt an einem steilen Abhang entlang und ist sehr matschig. Bald merke ich wie meine Schuhe nass werden. Ich passiere den Bergsee, der wirklich ziemlich friedlich und schön aussieht und gehe weiter. Einen halbstündigen Anstieg später komme ich auf eine Hochebene, die der Wahnsinn ist. man kann in jede Richtung vielleicht 5 km schauen und es sieht aus wie die weitläufigen Aufnahmen aus der Herr der Ringe. Ich laufe ein Stück. Bald ziehen wieder Wolken auf. Es dauert nicht lange und der Sicht hat sich dramatisch verschlechtert. Da ich blöderweise auch noch meine Karte vergessen habe und mich nicht mehr genau an den Weg erinnern kann, der mich wieder in mein Tal zurückbringt und es schon 2 Uhr ist, beschließe ich dass es sicherer ist umzukehren.

Der Weg zurück ist schnell gegangen. Wieder vorbei am Bergsee und schon bin ich wieder am Auto. Mittlerweile Regnet es. Da meine Schuhe doch ganz schön nass sind brauch ich ein Feuer. Mir fällt die Hütte ein und ich will nachschauen ob da auch niemand ist. Blöderweise springt mein Auto nicht an. Die Batterie ist platt. Na toll mitten in der Pampa und keiner ist da um mir zu helfen. Da ich wohl sonst hier ewig warten müsste, krempele ich die Ärmel hoch und fange an das Auto aus der Parklücke zu schieben. Es rührt sich mit großer Anstrengung. Auf dem Feldweg entdecke ich einen kleinen Hügel und ich schiebe weiter. Meine Euphorie steigt und ich springe während des Rollens in das Auto. Ich werde immer schneller, schon fast 20 Km/h. Ich drehe den Zündschlüssel und schalte in den ersten Gang. Vorsichtig die Kupplung kommen lassen und es klapp. Der Motor läuft. Ein Stein fällt mir vom Herzen. Ich fahre zu der Hütte und lade aus. Ich mache Feuer und bereite mir einen schönen Salat zu. Meine Sachen trocknen gut aus und ich habe einen schönen Abend am Feuer.