Mittwoch, 30. Juni 2010

Kepler Track: Iris Burn hut to Shallow Hut

Das war bisher die kälteste Nacht, die ich je erlebt habe. Als das Feuer ausging sank die Temperatur schnell wieder auf - 10 Grad im inneren. Zum Glück hatte ich meinen Schlafsack. Da drin war es schön warm. Ich hab ihn soweit zu gezogen wie es ging und dann den Kopf mit reingesteckt. Dadurch hat zwar innen alles kondensiert, aber egal. Zum Aufstehen hab ich nicht wirklich Lust, wie man sich vorstellen kann. Dann gebe ich mir aber einen Ruck und los geht es. Alles ist gefroren. Von den Gamaschen über meinen Waschlappen bis hin zur Zahnbürste. Alles knochenhart. Zum Glück sind meine Schuhe trocken geworden. Schnell umziehen und dann erst mal am heißen Tee wärmen. Ich koche mir wie üblich meine große Portion Haferflocken.

Es kommt nicht darauf an was man isst, sondern wie viel und was der Körper daraus schöpfen kann. Dafür war die Armee eine gute Lehrstunde, um sich von dem ganzen Schnickschnack und den Firlefanz zu entwöhnen. Deshalb bin ich auch ein absoluter Gegner der Abschaffung des Wehrdienstes. Im Gegenteil man sollte ihn ausbauen und die Outdooraktivitäten auf die Schulen ausweiten. Das wäre das Richtige für die deutsche Jugend die immer bequemer und fauler wird, zumindest der größere Teil davon. Aber weil die Natur ja out ist, finden solche Stimmen keinen Anklang in unserer Regierung.

Zwischenkommentar Ralf Heckel: Gedankenansatz ist gut: Pfadfinder, Naturforscher, junge Wissenschaftler, Forschergeist ..... doch sicher aber keine vormillitärische Ausbildung mit Kompass und Maschrichungszahl wie bei der GST?

Nachdem ich gefrühstückt habe, packe ich schnell alle Sachen ein und mache mich auf den Weg. Beim Laufen wird einem wenigstens warm. Ich bin etwa eine Stunde gelaufen, da erreiche ich den Big Slip eine Landschaft, die ein Erdrutsch 1984 geformt hat. Es liegt immer noch Schnee und der Boden lässt sich gut laufen, weil er durchgefroren ist. Es ist der Wahnsinn durch diesen Winterwald zu laufen. Der deutsche Winterwald ist dagegen kalter Kaffee finde ich. Palmen und andere exotische Pflanzen mit Schnee und diesen besonderen Schneekristallen übersät zu sehen ist einfach nur cool.

Am Wegesrand sehe ich plötzlich ein totes Posum liegen. Das Tier etwa von Form und Gestalt einer Katze muss wahrscheinlich erfroren sein, denn ich kann von der Ferne keine Verletzungen sehen. Mmh harte grausame Natur.

Ich laufe weiter und komme mehr und mehr wieder unter die Wolken. Nach zwei Stunden erreiche ich den Rocky Point, wo ich eine kurze Pause mache. Danach schlängelt sich der Weg wieder ein wenig serpentinenmäßig einen Berg hinauf. Ich laufe durch einen wunderschönbewachsenen Wald. Überall steht Farn und dann die großen Bäume dazwischen. Es dauert nicht lange und ich komme an den See Manapouri. Hier biegt der Weg ab, weg vom Iris Burn Fluss. Hier hat man sehr schöne Ponoramablicke auf den See. Um 13.00 Uhr erreiche ich die Moturau Hütte. Es ist mir aber zu zeitig, um jetzt schon in die Hütte zu gehen. Außerdem ist mir die Hütte mit 40 Betten zu groß und zu ungemütlich. Also gehe ich weiter, wo es direkt am See in einer kleinen Bucht eine kleine niedliche Hütte mit 6 Schlafmöglichkeiten und einem riesigen offenen Kamin gibt.

Die Shallow Hut erreiche ich um viertel drei. Ich lege meine ganzen Sachen ab und koche mir erst mal einen warmen Tee. Zwar ist es nicht mehr ganz so kalt, wie heute früh, aber wenn man nicht läuft wird es doch recht schnell frisch. Damit setze ich mich an den See und genieße. Ich habe wieder einen gefunden. Einen Ort, wo man nichts hört, wenn man die Luft anhält. Zwar zwitschert hin und wieder ein Vogel, das ist dann aber auch schon alles. Man getraut sich kaum Luft zu holen oder sich zu bewegen, weil man fürchtet die Stille verscheuchen zu können. Ich sitze etwa eine halbe Stunde einfach nur da.

Dann muss ich aber den Abend vorbereiten. Ich richte mir die Hütte ein und dann schnappe ich mir die Axt und mache mich auf Holzsuche. Ich trage einen ganz schönen Haufen zusammen, ähnlich dem von gestern, doch dieser ist trockener.

Trotzdem will es nicht gleich beim ersten Mal brennen. Mit viel pusten und Holzarten experimentieren fängt das Feuer nach einer dreiviertel Stunde an zu brennen. Aber was soll's ich hab ja Zeit. Dann geht es aber gleich richtig ab und schon kurze Zeit später hab ich angenehme 25 Grad in der kleinen Hütte. Ich wasche mich mit heißem Wasser, was eine Wohltat ist und dann verbringe ich den Abend am Feuer in Gedanken und einem Tee bis ich einschlafe. Wiedermal gibt es nichts Schöneres, als das einfache Leben in dieser Hütte. Denis ist dann doch nicht gekommen. Vielleicht hat er seinen Plan umgeschmissen oder er ist in der anderen Hütte. Naja was soll's das hier ist auf alle Fälle die gemütlichste Hütte die ich je hatte.


Morgen ist der letzte Tag und es sind noch knapp 15 Km bis zum Ziel. Ich bin froh das ich diesen Great Walk gemacht habe. Es war eine komplett andere Erfahrung als der Letzte. Er war nicht ganz so schwer, was aber gut war, denn die drei Tage Pause dazwischen waren nicht genug. Trotzdem möchte ich diesen im Sommer nicht machen wollen, weil der Track dann zum Tourismusmagneten wird und das würde ich nicht erleben wollen. Ich finde diese Natur muss jeder für sich selbst entdecken und nicht nur daran vorbeigeschleift werden. Ich bin glücklich im Winter in Neuseeland zu sein. Es ist sehr viel weniger los, man hat teilweise vergünstigte Preise und man sieht Sachen, die man im Sommer nicht zu Gesicht bekommt. Wenn man Regen und nasse Füße nicht scheut, dann ist der Besuch im Winter in Neuseeland sein Geld wert.

Kepler Track: Luxmore Hut to Iris Burn Hut

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Es ist 6 Uhr und wir stehen auf, weil wir den Sonnenaufgang sehen wollen. Heute ist die alpine Sektion des Tracks dran und es ist Top Wetter dafür hier über den Wolken. Leider ist von der Sonne noch weit und breit nichts zu sehen. Nur der Mond scheint hell und freundlich auf uns herab. Es ist bitterkalt, bestimmt minus zehn Grad, deshalb haben wir bevor wir los sind nochmal Feuer gemacht. Da die Sonne nicht kommt, gehen wir in die Hütte, wo ich in der Zeitung herausfinde, dass der Sonnenaufgang gegen 8.30 Uhr ist. Mist also hätten wir zwei Stunden länger schlafen können. Wir frühstücken, räumen anschließend unsere Sachen wieder in die Rucksäcke und bringen die Hütte auf Vordermann.

Denis will noch mit auf den Gipfel von Mount Luxmore kommen, um nicht ganz so zeitig wieder unter den Wolken zu sein. Er bereut es sich nicht noch um entschieden zu haben mit mir den ganzen Weg zu gehen. Um halb zehn Stiefeln wir los. Die Sonne ist herrlich und der Schnee lässt sich, weil es in der Nacht so kalt war, gut laufen. Wir kommen gut voran und schon nach einer Stunde stehen wir auf dem Gipfel. Wiedermal ein berauschendes Gefühl. Der Berg ist zwar noch 1500 Meter hoch, aber das reicht um die Magie des Bergsteigens und der Gipfel zu spüren. Ich spüre wieder dieses Gefühl. Wie war das „Alles was uns groß und wichtig erscheint, ist plötzlich nichtig und klein.“ Ein Slogan meiner Reise. Wie Reinhard May diesen Satz, in dem so viel Wahrheit steckt, hervorbringen konnte ist mir schleierhaft. Es muss eine Eingebung gewesen sein.

Als wir wieder unten sind trennen sich unsere Wege. Er geht zurück ins Tal und ich gehe weiter auf dem Gebirgskamm. Die Aussicht ist einfach phänomenal. Ich laufe etwa 2 Stunden und komme gut voran. Der Weg ist recht ausgetreten und somit hat man auch an steilen Stücken im Schnee keine Probleme, weil man die Fußstapfen Vorangegangener nutzen kann. Ich bin schon fast enttäuscht, dass ich meine Steigeisen wieder umsonst ausgeliehen habe, da komme ich an eine steile Stelle, die ziemlich vereist ist. Also Crampons anschnallen und schon geht es weiter. Jetzt ist der höchste Punkt erreicht und es geht nur noch bergab. Der Weg ist von leichter Schwierigkeit, er ist breit und jetzt führen sogar Treppen ins Tal.

Die Treppen hören auf und ein Schild verweist auf die Hütte, wo ich heute schlafen will. Noch 2 Stunden. Von nun an führt der Weg steile Serpentinen hinunter. 1000 Höhenmeter. Die volle Dröhnung für die Oberschenkel. Ich habe bald die Baumgrenze erreicht und der Schnee lichtet sich.

Die Hütte ist nun sehr nah, dass kann ich spüren, aber leider kommt der Schnee wieder, weil ich direkt in einem Südtal laufe. Es ist aber kein normaler Schnee, sondern riesige Kristalle, wie ich sie noch nie gesehen habe. Es sieht wunderschön aus. Meine Schuhe sind wiedermal nass, weil man jetzt wo es wärmer wird merkt, wie der Schnee an den Schuhen schmilzt.

Ich erreiche die Hütte nach genau 6 Stunden nach Aufbruch. Heute waren es 16 Km. Die Hütte liegt auch in dem Südtal und ist total eingefroren, sowohl von außen, als auch von innen. Egal erst mal rein. Ich schaue innen an das Thermometer. Minus 5 Grad. Heiliger Mist. Schnell Feuer machen, bloß mit was? Holz finde ich nämlich keins. Na toll das wird ja immer besser. Nasse Füße, kein Holz und kein Wasser. Also Hake geschnappt und ab in den Wald. Eine Stunde später habe ich einen guten Haufen Holz und Wasser geholt. Das Problem ist, dass das Holz ziemlich gefroren ist und nicht so recht brennen will. 2 Stunden später ist es nicht wirklich wärmer. Mir ist a****kalt. Ich koche mir meine übliche Portion und einen Tee nach dem anderen und kuschele mich dann in meinen Schlafsack darauf hoffend, dass es endlich warm wird.

So kalt war mir schon lang nicht mehr. Trotz 2 Paar Strümpfen sind die Füße kalt. Ich muss sagen der Kepler Track gefällt mir nicht ganz so gut wie der Travers. Dort wusste man wenigsten, was man an den Hütten hatte. Diese hier sind riesengroß für 50 Personen und mehr und haben keine guten Heizmöglichkeiten. Hinzu kommt, dass ich heute wiedermal für mich bin. Die Gesellschaft von Denis hat mir gestern Abend gefallen, weil man sich ganz frei unterhalten konnte und über Dinge philosophieren konnte über die man sonst nicht redet.

Ich glaub langsam bin ich das für mich sein überdrüssig und ich freu mich schon auf Christchurch wieder unter Leute zu kommen, andere Gesichter zu sehen und nicht nur die aus meinen Gedanken und Träumen. Wie wir alle wissen sind Menschen nicht für das allein sein gemacht, aber auch nicht für ewiges Zusammensein. Mit dem freien Willen wählt man immer selbst in welcher Gesellschaft man ist oder eben nicht. Deshalb gibt es auch so viele Scheidungen, weil Mensch sein heißt immer und überall dem Fortschritt und der Entwicklung nachzurennen. Menschen in einer Beziehung entwickeln sich das ist ganz natürlich und dient dem fortbestehen der Art und meistens entwickeln sich die Partner in unterschiedlicher Richtung, was zum Bruch führt. Deshalb ist das Gebot du sollst nicht Ehe brechen eines der schwersten und ich denke man sollte es begrenzen auf du sollst nicht fremdgehen.

Wo rüber man sich alles Gedanken macht, wenn man Zeit hat. Als es um 8 Uhr immer noch nicht viel wärmer ist ziehe ich den Schlafsack so weit zu wie möglich und schlafe geschafft ein. 



Kepler Track: Te Anau to Luxmor Hut

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Ich habe mir den Wecker auf um 1.30 Uhr gestellt, da Deutschland heute gegen England spielt und ich das als erstes Spiel dieser Weltmeisterschaft anschauen kann. Dank Sky.
 
Ich bin nicht der einzige. Auch Dete ist auf, ein Deutscher, der mit seinem Kumpel jetzt auch auf Reisen in Neuseeland ist. Vorher war er auf den salomonischen Inseln für ein Jahr und hat dort im Namen des Deutschen Hilfsdiensts Aufbauhilfe nach dem Bürgerkrieg geleistet. Vorher war er im Sudan. Er ist 44 Jahre alt und kommt jetzt nach 3 Jahren wieder zurück nach Deutschland. Richtig cool seine Geschichte. Er will auch meine Hören und ich erzähle vom Moonbuggy und Amerika. In jungen Jahren war er auch in einer Raumfahrtgruppe in der DDR. Wir schauen das Spiel und es ist mitreisend, als nach 90 Minuten mit 4 zu 1 für Deutschland abgepfiffen wird. Ich denke wehmütig an Zuhause. Dort wird jetzt die Hölle los sein. Naja, ich gehe jetzt mal wieder ins Bett, da ich ja heute den Kepler Track starten will.

Der Kepler Track ist einer von 7 Great Walks in Neuseeland. Diese sind die große Attraktion für Wanderer hier und jeder Tourist sollte zumindest einen gelaufen haben. Das hier ist aber schon mein zweiter, auch wenn ich den Tongario Crossing nur zur Hälfte gemacht habe. Der Track kann in drei oder vier Tagen gelaufen werden und ist je nachdem ob man auf Bus oder Wassertaxi verzichtet bis zu 60 Km lang. Da ich im Moment nicht ganz so viel Geld habe, werde ich die ganze Strecke zu Fuß laufen.

Ich stehe um 8 Uhr auf und bin nicht so müde wie ich es erwartet habe. Da ich hier eine richtige Küche habe, beschließe ich heute zum Frühstück Pancakes zu machen. Eine gute Wahl. Sie schmecken köstlich und werden mir genug Kraft für die Wanderung geben. Ich fahre zum DOC um Informationen über den Track einzuholen. Dort treffe ich Denis, auch ein Deutscher, der auch einen Abschnitt des Kepler Tracks machen will. Cool so sind wir zu zweit. Die Dame am Infoschalter erwartet uns mit der üblichen Schwarzmalerei. Wir füllen ein Blatt mit unseren Kontaktdaten aus, den nächsten Angehörigen und dem Datum, wann die Suchmannschaften uns anfangen sollen zu suchen, falls wir in Schwierigkeiten geraten. Wir werden aus Gründen des Haftungsausschluss noch belehrt. Es sollte uns aber nichts passieren, denn das Wetter sieht gut aus. Trotzdem entscheide ich mich aber dieses Mal Iceaxe und crampons mitzunehmen, weil es wieder auf 1500 Metern hoch geht und mit Schnee zu rechnen ist. Außerdem ist es hier nicht so teuer. Alles zusammen bezahle ich 35 Dollar. Ich kann Denis leider nicht überreden den ganzen Track mitzumachen. Wir werden zusammen zur Luxmore Hut gehen und dann trennen sich unsere Wege.

Als ich um 11 Uhr alles gepackt habe, geht es endlich los. Die erste anderthalb Stunde geht es gemächlich am See entlang. Der Himmel ist bewölkt, aber die Wolken hängen so tief, das wir heute bestimmt noch Sonne sehen werden. Wir unterhalten uns ununterbrochen. Er ist Maschinenbaustudent aus Braunschweig und hat hier in Christchurch ein Auslandssemester gemacht. Jetzt reist er noch herum und fliegt dann heim. Ich frage ihn viel über das Studium und das System in Niedersachsen. Außerdem wie man ein Auslandsemester macht und wie schwer es ist. Es ist die längste Unterhaltung, die ich seit dem ich im Ausland bin führe. Wir verstehen uns sehr gut. Ich erzähle ihm wie ich zum Wunschstudium Maschinenbau gekommen bin, wie ich hier in Neuseeland gelandet bin und vor allem warum. 

Wir kommen zu einem kleinen Zeltplatz und ab jetzt geht es bergauf. Es dauert nicht lang und ich fang das Schwitzen an. Wir laufen durch die Wolken und deshalb beschlägt auch meine Brille wieder. Ich hoffe, dass ich den Track schaffe, schließlich hatte ich nur 3 Tage Pause zwischen diesem Walk und dem letzten. Der Weg ist gut ausgebaut und sehr touristisch angelegt. Kein Vergleich zum naturbelassenen Travers Sabine Circuit. Denis geht auch viel Trampen. Er ist im Trampingclub der Uni und war auch schon auf mehreren Touren unterwegs, unteranderem am Travers. Wir laufen nun schon fast eine Stunde bergauf und ich brauche eine Pause. Der Schnee begrüßt uns und über unseren Köpfen können wir schon blauen Himmel sehen. Wir reden und reden die Zeit vergeht wie im Flug und nach einer weiteren anderthalb Stunde haben wir die Baugrenze erreicht und treten auf eine Hochebene. Der absolute Oberhammer. Die schneebedeckten Gipfel der Berge, die aus dem weißschäumenden Meer der Wolken herausstechen. Ein Bild für die Götter. Wir laufen über die Ebene und eine halbe Stunde später sind wir an der Hütte. Es ist 15 Uhr.

Wir haben für den Aufstieg also 4 Stunden gebraucht, obwohl der Weg mit 6 Stunden ausgeschrieben war. Naja man kann ja nicht immer nach jungen sportlichen Männern gehen und wie gesagt der Weg ist sehr touristisch, also laufen auch Unerfahrene den Track. Als wir an der Hütte ankommen koche ich mir erst mal einen schönen Tee. Da es so zeitig ist und es hier in der Nähe ein paar Höhlen gibt, in die man klettern kann beschließen wir einen Abstecher dahin zu machen.

Die Höhlen gehen ganz schön tief in die Erde und wir erkunden diese ungefähr eine Stunde. Es ist ein ganz schönes gekraxel. Man muss oft auf allen Vieren gehen und man wird nass, weil ein kleines Rinnsal in den Berg fließt. Mmh es wäre der erste Wandertag gewesen, wo meine Schuhe trocken geblieben wären. Als wir schließlich umkehren, weil wir nichts Neues mehr entdecken können und wieder ans Tageslicht kommen ist es viertel fünf. Das war mal ein Abenteuer und ganz kostenlos. Zum Glück sind wir zu zweit, da macht das gleich doppelt Spaß und es ist sicherer. Denis beschließt morgen mit mir noch zum Gipfel zu gehen und dann erst umzukehren. Am späten Abend bereut er seinen Trip so geplant zu haben. Er würde gern mit mir den ganzen Track laufen. 

Wir teilen die Arbeit. Ich besorge Holz und mache Feuer und Denis holt Wasser. Bald ist es schön warm in der Hütte, die sehr groß und ungemütlich ist. Sie bietet Platz für 50 Personen. Ich setze mich raus auf die Sonnenterrasse, wo ich einen Wahnsinnsausblick über den Wolken auf die Berg hab und in den Sonnenuntergang schaue. Wie friedlich und still es hier oben ist. Wieder überkommt mich die innere Ruhe und Gelassenheit, die ich immer habe, wenn ich auf Bergen bin. Die Sonne ist mittlerweile untergegangen und ich zeige Denis die Bilder meiner bisherigen Reise auf der Kamera. Wir kochen uns was, denn ich hab ganz schön Kohldampf vom heutigen Tag. Es kocht aber jeder sein eigenes Süppchen. Bei mir gibt es wiedermal Nudeln. Gut, günstig und lecker.

Den Abend verbringen wir meistens draußen und beschäftigen uns mit fotografieren. Angefangen hat Denis der die Sterne fotografieren wollte. Der Sternhimmel ist hier oben so klar, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Ich hab dann endlich die Einstellung des manuellen Fokus gefunden und konnte super Bilder davon machen. Wieder was gelernt, das hätte ich schon einige Male gebraucht. Da ich einmal dabei bin schaue ich gleich die noch unklaren Sachen in der Bedienungsanleitung der Kamera nach. So viele Funktionen, die kann man als normaler Mensch nicht alle erfassen, geschweige denn sich merkten. Dann geht der Mond auf und wir machen immer mehr Bilder. Irgendwann beginnen wir Lichtbilder mit Taschenlampe und langer Belichtungszeit zu malen. Das macht Spaß und schnell ist es spät. Der Abend hat Spaß gemacht. Zwar hat alleine sein auch seine Vorteile, aber das war ich ja jetzt ziemlich lange und da war das eine willkommene Abwechslung. Geschafft und müde gehen wir um 22 Uhr endlich ins Bett. Wir schlafen aber nicht in dem riesigen 50 Mann Schlafraum, sondern da wir eh nur zu zweit sind direkt auf Matratzen vorm Feuer. Das ist mal richtig urig.



On the Way to the Kepler Track

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Heute ist mein Ziel Te Anau. Dort gibt es einen anderen 4 Tageswalk. Den Kepler Track. Mein Weg führt mich dabei von meinem Campingplatz über Queenstown nach Te Anau. Der Weg führt direkt durch die südlichen Alpen. Es ist wiedermal geniales Wetter. Hier auf der Südinsel ist das Wetter wirklich immer ein Stück besser. Ich halte auf den 300 Km oft an um Fotos zu machen.

Zu Mittag bin ich in Wanaka. Dort gibt es die Puzzleing World. Ein Attraktion, die unzählige Räume mit Illusionen. Es ist sehr interessant die ganzen optischen Täuschungen anzuschauen. Am Ende kommt man noch ein Labyrinth, wo man dann den Weg zum Ausgang finden muss.

Gegen 4 Uhr komme ich dann in Te Anau an. Mist das Department of Conservation macht gerade zu. Es ist ziemlich kalt und noch ziemlich früh. Da ich morgen den Track starte will ich mir heute nochmal was Gutes gönnen. Also fahre ich zu einem Holidaypark. Das kostet mich zwar 20 Dollar, aber ich habe eine heiße Dusche, die ich so lange wie möglich nutzen kann und ich stehe lange darunter. Außerdem hab ich eine Küche und einen TV Room, wo ich mich in Sachen Nachrichten mal auf den neusten Stand bringen kann. Da ich aber morgen zeitig aufstehe gehe ich früh ins Bett.



Lake Tekapo and Lake Pukaki

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Heute ist ein recht unspektakulärer Tag. Ich fahre von Ashburton, wo ich geschlafen habe auf dem Highway 1 nach Süden. Vorher gehe ich aber noch einkaufen, denn meine Vorräte sind fast aufgebraucht und es ist ja in der Großstadt immer etwas billiger.

  Es ist ein wunderschöner Tag und die Kulisse ist der absolute Hammer. Ich fahre durch die südlichen Alpen, vorbei an Bergseen. Ich halte oft an um Fotos zu machen, oder um einfach die Landschaft zu genießen. Keine Wolke ist am Himmel.

Zu Mittag mach ich einem Kaffee Pause, wo ich wieder sehr schöne Emails aus der Heimat bekomme. Ich halte an zwei sehr schönen Seen an dem Lake Tekapo und dem Lake Pukaki. Die Landschaft ist nicht zu beschreiben und ach nicht auf Bildern ausdrückbar.

Ich halte zeitig an meinem Nachplatz an, weil es heute Nacht sehr kalt werden soll. Deshalb sammele ich einen ziemlich großen Haufen Holz und verbringe den Abend am Feuer.  Ich esse absolut leckere Hamburger, die heute im Angebot waren, ein echtes Schnäppchen.

Noch warm vom Feuer verkrieche ich mich in meinen Schlafsack. Morgen geht es weiter Richtung Süden. Mein Ziel ist Te Anau, was noch etwa 300 Km entfernt ist und wo es noch so einen 4 Tages Walk gibt. Er ist aber bei weitem nicht so gefährlich, wie der letzte, um meinen Lesern die Angst zu nehmen.