Donnerstag, 24. Juni 2010

Cobb Valley

von Thommy Knabe
International Space Education Institute
http://thommy-knabe.blogspot.com/

Um 9 Uhr bin ich richtig Ausgeschlafen. Es regnet draußen, deshalb frühstücke ich im Schlafsack. Ich ziehe mich an und fahre an das Ende des Weges. Dort hab ich gestern eine Hütte gesehen und will dir mal bei Tageslicht anschauen. Die Hütten sind in Neuseeland nicht verschlossen. Es gibt Brauchwasser, einen Ofen, Betten mit Matratzen und Töpfe. Man vertraut also den Touristen, dass sie dafür das Ticket kaufen. Ganz schön vertrauensselig. Ich entdecke auch einen vollen Holzschuppen. Mal sehen. In der Hütte will ich nicht schlafen, aber vielleicht, wenn ich nach meiner Wanderung durchgenässt bin verbringe ich den Abend dort am Feuer.

Ich fahre mit dem Auto zu der Stelle, wo die Wanderung beginnt. Es geht erst mal ganz schön Bergauf. Der Himmel ist bedeckt und es regnet zum Glück noch nicht. Ich laufe durch einen Wald. Je höher ich komme, desto feuchter wird es. Ich laufe in eine Wolke. Auch kommt ab einer bestimmten Höhe Schnee zum Vorschein. Ich bin etwa eine Stunde gelaufen, da erreiche ich einen Aussichtspunkt. Von hier kann man den einen sehr schönen Bergsee sehen. Wenn es klar ist. Ich sehe nur verschwommen die Konturen. Es ist erst Mittag und deshalb beschließe ich weiterzugehen. Der Weg führt an einem steilen Abhang entlang und ist sehr matschig. Bald merke ich wie meine Schuhe nass werden. Ich passiere den Bergsee, der wirklich ziemlich friedlich und schön aussieht und gehe weiter. Einen halbstündigen Anstieg später komme ich auf eine Hochebene, die der Wahnsinn ist. man kann in jede Richtung vielleicht 5 km schauen und es sieht aus wie die weitläufigen Aufnahmen aus der Herr der Ringe. Ich laufe ein Stück. Bald ziehen wieder Wolken auf. Es dauert nicht lange und der Sicht hat sich dramatisch verschlechtert. Da ich blöderweise auch noch meine Karte vergessen habe und mich nicht mehr genau an den Weg erinnern kann, der mich wieder in mein Tal zurückbringt und es schon 2 Uhr ist, beschließe ich dass es sicherer ist umzukehren.

Der Weg zurück ist schnell gegangen. Wieder vorbei am Bergsee und schon bin ich wieder am Auto. Mittlerweile Regnet es. Da meine Schuhe doch ganz schön nass sind brauch ich ein Feuer. Mir fällt die Hütte ein und ich will nachschauen ob da auch niemand ist. Blöderweise springt mein Auto nicht an. Die Batterie ist platt. Na toll mitten in der Pampa und keiner ist da um mir zu helfen. Da ich wohl sonst hier ewig warten müsste, krempele ich die Ärmel hoch und fange an das Auto aus der Parklücke zu schieben. Es rührt sich mit großer Anstrengung. Auf dem Feldweg entdecke ich einen kleinen Hügel und ich schiebe weiter. Meine Euphorie steigt und ich springe während des Rollens in das Auto. Ich werde immer schneller, schon fast 20 Km/h. Ich drehe den Zündschlüssel und schalte in den ersten Gang. Vorsichtig die Kupplung kommen lassen und es klapp. Der Motor läuft. Ein Stein fällt mir vom Herzen. Ich fahre zu der Hütte und lade aus. Ich mache Feuer und bereite mir einen schönen Salat zu. Meine Sachen trocknen gut aus und ich habe einen schönen Abend am Feuer.

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