Sonntag, 13. Juni 2010

The Forgotten World Highway

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE

Heute kann ich es wieder ruhig angehen lassen. Ich habe nichts wirklich vor und es schüttet, als hätte jemand die Schleusen geöffnet. Am Vormittag laufe ich so gut es geht durch die Stadt und stöbere ein wenig in den Outdoorläden. Ich bräuchte noch eine Regenhose, da meine bei Regen immer schnell durchweicht. Ein paar Gamaschen, eine Kopflampe und ein Poncho wären auch nicht schlecht. Wenn ich Sonntag den Mt. Egmont besteigen will sollte ich für alle Gelegenheiten gerüstet sein, denn Berge können schnell tückisch werden, insbesondere wenn das Wetter nicht 100% Perfekt ist. Das soll es nämlich nicht werden. Nach viel Vergleichen finde ich schließlich alles in einem Jagd- und Angelladen. Sogar recht günstig. Besonderes überrascht bin ich, als ich nach dem Poncho frage und die Verkäuferin mir zwei anbietet. Einen ganz normalen billigen und den anderen besseren, aber teureren. Wart mal den kenne ich doch. Das ist ein Poncho aus Bundeswehrbestand. Erstaunlich, was es an deutschen Produkten so in die Welt schafft. Ich entscheide mich aber trotzdem für den billigeren, der auch keine schlechte Qualität hat, den 50 Dollar für den Bundeswehrponcho sind mir dann doch zu viel, zumal man den in Deutschland für 10 Euro kaufen kann. Vor Gamaschen, Kopflampe und den Poncho bezahle ich 95 Dollar, also 50 Euro. Das geht finde ich. Die Regenhose finde ich in einem anderen Laden, der gerade 50% auf diese Sachen hat. 45 Dollar, also ein gutes Geschäft gemacht und ich kann sie sofort gebrauchen, denn es regnet immer noch wie verrückt.

Deshalb suche ich mir ein warmes Café und stelle meinen Bericht online. Bei einem Blick auf mein Bankkonto wird mir bange. Da sind ja schon ganz 2200 Euro für alles drauf gegangen. Mein Puffer ist also nur noch 900 Euro groß. Puh das heißt die 3 Wochen jetzt noch durchhalten, das Auto bestmöglich verkaufen und dann in Australien Arbeiten gehen. Wenn ich das Auto so verkaufe, wie es jetzt an Wert besitzt mit all den Sachen die drin sind, dann würde ich 1500 Euro bekommen und dass wäre nicht schlecht.

Jetzt muss ich entscheiden wie es weiter geht. Entweder fahre ich heute nach New Plymouth oder morgen. Ich entscheide mich für heute, dann hab ich morgen als Puffer um alles zu organisieren. Ich fahre den Forgotten World Highway. Das ist eine Straße die 150 Km durch das Hinterland führt und dabei meist durch unberührte Natur. Die Straße ist wunderbar zu fahren. Sie schlängelt sich über Berge und durch Täler, mal Schotter mal Asphalt. Meistens trifft man Schafe auf der Straße, doch hin und wieder sieht man auch mal ein Haus. Wer will denn hier wohnen? Das ist wirklich der Ar*** der Welt. Ich habe nicht mal Handyempfang, da wird es Geschweige denn hier auch kein Internet geben. Aber jedem das Zuhause, das er bevorzugt.

Es ist dunkel als ich die 150 Km absolviert habe und das provozierende Schild auf der anderen Seite des Highways passiert habe. Keine Tankstelle die nächsten 150 Km. Mein Nachtlager schlage ich im Mt. Egmont Nationalpark auf. Es ist immer noch sehr ungemütlich draußen, deshalb verziehe ich mich ein mein Auto und verbringe den Rest des Abends mit schreiben und lesen im Kerzenschein.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen